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Kehrwoche stresst die Menschen im Südwesten

Stuttgarter Zeitung, Thomas Breining, veröffentlicht am 15.05.2009

 

Stuttgart - Die Menschen im Land leiden von allen Deutschen am meisten unter Stress. Das weckt Neugier auf eine genauere Betrachtung der von der Techniker Krankenkasse vorgestellten Untersuchung. Ihr Arbeitseifer und die Kehrwoche wirken belastend, findet man da als Faktoren heraus.

 

1014 Personen in ganz Deutschland hat die Techniker Krankenkasse vom Meinungsforschungsinstitut Forsa unter der Überschrift "Stress 2009" befragen lassen. 132 Interviewte stammen aus Baden-Württemberg. Ihre Einlassungen bestimmen also das nun vorliegende Meinungsbild.

Und in dem kommen die Menschen im Südwesten nicht so gut weg. 42 Prozent sind ständig oder häufig gestresst, lautet das Ergebnis der vom FAZ-Institut betreuten Untersuchung. Das sind so viele wie nirgendwo sonst in der Republik. Die Nordlichter aus Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein sind die am zweitheftigsten gestressten Bundesbürger - aber schon mit deutlichem Abstand: 36 Prozent der dortigen Befragten gaben es entsprechend zu Protokoll. Und wer ist am wenigsten anfällig gegen die Anfechtungen der Alltagsumtriebe? Natürlich, es sind unsere Nachbarn im Osten, die Bayern. Dort lassen sich nur 24 Prozent unter Druck bringen.

Da fragt man sich natürlich, was setzt den Baden-Württembergern so zu? Man glaubt es kaum: bei der Hausarbeit empfinden 26 Prozent der Landsleute Stress, so viele wie nirgends sonst. Ob dieser entsteht, weil man fürchtet, dem sozialen Erwartungsdruck der Nachbarn oder der Schwiegermutter nicht standhalten zu können, oder weil man die Kehrwoche nicht macht, geht aus der Untersuchung leider nicht hervor. Man könnte aber von den Ostdeutschen in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg oder Berlin lernen. Dort geraten gerade einmal fünf Prozent bei der Hausarbeit in ein Adrenalinbad. Sie sind dafür von finanziellen Sorgen stärker gebeutelt, könnte man meinen. Schließlich ist die wirtschaftliche Lage dort alles andere als beruhigend.

Die schwäbische Strebsamkeit kann ungesund sein 

Weit gefehlt: 26 Prozent der Ostdeutschen fühlen sich wegen Geldsorgen bedrängt. Wer kommt auf mehr? Man ahnt es: 34 Prozent der Menschen im Südwesten, auch das ein Spitzenwert. Auch hier geht indes nicht hervor, worauf die finanziellen Sorgen gründen, weil man eher wenig hat oder, jetzt in der Finanzkrise, eher mehr - und dann doch auch wieder weniger.

Auch die schwäbische Strebsamkeit kann ungesund sein. Arbeit hat für die Menschen im Land einen hohen Stellenwert. "Sie definieren sich über ihre Arbeit, leiden aber auch darunter", stellt die Technikerkrankenkasse fest. Sie machen mehr Überstunden als andere (55 Prozent), arbeitet oft an der Grenze (45 Prozent), leiden stark unter Termindruck (63 Prozent) und beklagen häufiger, dass das Privatleben zu kurz komme (48 Prozent). Von wem könnten die Südwestdeutschen da etwas dazu lernen? Wieder einmal von den Bayern und den Berlinern.

Konsequent bekunden die Baden-Württemberger die meisten Gesundheitsdefekte, ohne sich deswegen aber krankschreiben zu lassen. Sie sind depressiver als die anderen und werden am häufigsten von Migräne heimgesucht. Zur Stressbewältigung nutzen sie seltener als alle anderen sportliche Betätigung, sondern trinken öfter als der Rest der Republik zur Entspannung ein Glas Wein oder Bier. Na ja, so lange es nur eins ist.

 

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